STOP! Augen auf!

Das Logo der Initiative "STOP! Augen auf!"
Das Logo der Initiative "STOP! Augen auf!"

Mit der Initiative "STOP! Augen auf!" setzt sich das Bayerische Jugendrotkreuz aktiv mit der Prävention von Gewalt auseinander.

Prävention von Gewalt ist uns wichtig!

Kinder und Jugendliche unterliegen vom Gesetz her einem besonderen Schutz. Dies insbesondere, weil sie vielfach der Willkür von Erwachsenen ausgesetzt sind. Das bedeutet auch, dass ihre Beziehung zu den Eltern oder anderen (nahestehenden) Bezugspersonen von (sexueller) Gewalt geprägt sein kann. Oft geschieht dies im Verborgenen und Kinder wie auch Jugendliche haben Angst und schweigen. In anderen Fällen gibt es Anzeichen, die von Außenstehenden nicht bewusst wahrgenommen werden oder es besteht ein Verdacht, der nicht verfolgt wird, weil man nicht weiß, wie hiermit umzugehen ist. Dies lässt Täter/innen freien Raum.

Als Jugendverband sehen wir hier einen großen Handlungsbedarf und werden unserer Verantwortung für Kinder und Jugendliche in unseren Strukturen verstärkt nachkommen. Hierzu konzentrieren wir uns nicht nur auf betroffene Mädchen und Jungen. Wir sehen es auch als unsere Aufgabe, ein täterunfreundliches Umfeld zu schaffen, das sexistisches, diskriminierendes oder gewalttätiges Verhalten unmöglich macht. Als einen der wichtigsten Punkte sehen wir hierbei den „Verhaltenskodex“, dem sich alle Mitarbeiter/innen des Bayerischen Jugendrotkreuzes unterstellen. Aber auch die Vernetzung und der Einsatz von Vertrauenspersonen sind elementar, um Kinder und Jugendliche im Bayerischen Jugendrotkreuz  vor jeglicher Gewalt zu schützen.

Wir stellen zu diesem Thema Angebote vor Ort zur Verfügung, bieten Gruppenleiter-Ausbildungen an und wollen auch in Gruppenstunden auf die Thematik eingehen.

Sexuelle Gewalt, was ist das eigentlich?

„Sexuelle Gewalt an Kindern ist jede sexuelle Handlung, die an oder vor einem Kind entweder vorgenommen wird oder der das Kind aufgrund körperlicher, physischer, kognitiver oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen kann. Der Täter nutzt seine Macht- und Autoritätsposition aus, um seine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.“(nach Bange/Deeger, 1996)

Eine klare Grenze zu ziehen, wann sexuelle Gewalt anfängt, ist dabei manchmal etwas schwierig. Dies hängt von der persönlichen Wahrnehmung ab. Für den Einen ist eine Grenze schon viel früher überschritten als für andere.

Um eine Situation als sexuelle Gewalt einzustufen, ist neben der persönlichen, individuellen Grenze des Einzelnen auch die Bewertung des Machtgefälles entscheidend. Eine sexuelle Beziehung von Kindern zu Erwachsenen passiert nie im gegenseitigen Einvernehmen. In solchen Situationen ist Widerstand für die Opfer oft unmöglich.

Ein Verhaltenskodex, wofür braucht man das denn?

Ein Verhaltenskodex:

  • schreckt Täter ab
  • hält die Diskussion über das Thema immer aktuell
  • sorgt für ein aufgeklärtes Klima
  • ist nicht für jeden selbstverständlich, sonst würde es keine Fälle geben!




Sind jetzt alle im BRK potentielle Täter?

Natürlich nicht! Der Verhaltenskodex hat nicht die Intention, einen Generalverdacht für alle Haupt- und Ehrenamtlichen im BRK auszusprechen. Ganz im Gegenteil: Der Verhaltenskodex zur Gewaltprävention im BRK schafft vielmehr ein Bündnis der Verantwortung. Er ist sozusagen die Richtschnur für einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander.

Verhaltenskodex zur Gewaltprävention im BRK

Verhaltenskodex

Der „neue“ Verhaltenskodex zur Gewaltprävention im Bayerischen Roten Kreuz  wurde am 25. Februar 2015 einstimmig vom BRK-Landesverband beschlossen. Um dem Schutz von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen besonders zu gewährleisten, verpflichten sich alle Ehren- und Hauptamtlichen im BRK diesem Verhaltenskodex.

Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des §72a SGB VIII (Erweiterte Führungszeugnisse)

Handlungsempfehlungen

Im Bundeskinderschutzgesetz vom 1. Januar 2012 wurde der § 72a SGB VIII neu gefasst. Dieser, ebenso wie das DRK verfolgen das Ziel, einschlägig vorbestrafte Personen von Aufgaben in der Kinder- und Jugendhilfe fernzuhalten bzw. auszuschließen. Davon sind haupt-, neben- und ehrenamtlich Mitarbeitende betroffen. Als ein Element des präventiven Kinderschutzes sieht der Gesetzgeber die Einsichtnahme in das erweiterte Führungszeugnis (EFZ) vor. Und zwar von allen Personen, die Kinder und Jugendliche beaufsichtigen, betreuen, erziehen, ausbilden oder einen vergleichbaren Kontakt mit diesen haben.

Empfehlungen wie diese Forderungen im BRK im ehrenamtlichen Bereich umgesetzt werden können, finden sich im Downloadbereich

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Vertrauenspersonen im Bayerischen Jugendrotkreuz

Was ist eine Vertrauensperson?

Vertrauenspersonen sind vom Landesausschuss eingesetzte Personen, welche speziell im Thema Prävention sexueller Gewalt geschult worden sind.

Was haben Vertrauenspersonen für eine Aufgabe?

Sie sind Kontaktpersonen bei konkretem oder Anfangsverdacht im Hinblick auf die Nichteinhaltung des Verhaltenskodexes zur Gewaltprävention, bei Fragen zum Thema und bei konkreten Fällen.

Ein erstes internes Krisenmanagement, indem sie beispielsweise Fachberatungsstellen einbeziehen, gehört zur Aufgabe der Vertrauenspersonen genauso, wie Ansprechpartner/in zu sein für Präventionsangebote. Es ist nicht die Aufgabe von Vertrauenspersonen, Opfer/Täter zu beraten, therapeutisch oder sogar ermittelnd tätig zu werden.

Was tun, wenn es passiert?

  • Unbedingt ruhig bleiben!
  • Der Schutz des Opfers steht immer an erster Stelle.
  • Suche sobald wie möglich Kontakt zu professioneller Hilfe! Die Vertrauenspersonen unterstützen Dich dabei.
  • Achte das Empfinden des Opfers.
  • Mache nur Angebote, die erfüllbar sind und versprich nur, was wirklich möglich ist.
  • Entscheide nichts über den Kopf des Opfers hinweg, vor allem ist es nicht Deine Aufgabe, eine Konfrontation des Täters/der Täterin mit der Tat oder dem Opfer herbeizuführen.
  • Behandle alle Informationen vertraulich. Aber teile dem Opfer mit, dass Du Dir selbst Unterstützung holst.
  • Protokolliere Dein Vorgehen und hole Dir Hilfe bei den Vertrauenspersonen!

 

 

Vertrauensnummer: 0800 - 60 50 666

Über die Vertrauensnummer erreichst Du alle Vertrauenspersonen des Bayerischen Jugendrotkreuzes. Die Weiterleitung an die Vertrauenspersonen erfolgt über das Infotelefon des Bezirksverbandes Schwaben.

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Ansprechpartner/innen Oberbayern

Birgit Geier. Foto: BJRK

Birgit Geier

Michael Rummert

Ansprechpartner/innen Ober- und Mittelfranken

Ulrike Bertrams. Foto: BJRK

Ulrike Bertrams

Ansprechpartner/innen Schwaben

Alexandra Schenke

Ansprechpartner/innen Landesverband

Hans-Michael Weisky. Foto: BJRK

Hans-Michael Weisky

Stefanie Widmann. Foto: privat

Stefanie Widmann

Weitere Infos

Fragen rund um das Thema Prävention von Gewalt beantwortet Stefanie Widmann, Tel. 089/9241-1370.
Downloads zum Thema gibt es hier.

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